Mit dem Rad zur Arbeit – Richtiges Verhalten im Straßenverkehr und Tipps zur Ausstattung

Innerlich defensiv, äußerlich offensiv
6. Juli 2009
Radfahren ist nicht gefährlicher als Autofahren oder zu Fuß gehen. Aber was tun, wenn Autos versuchen, einen abzudrängeln oder plötzlich die Fahrertür des Autos am Straßenrand aufgeht? Mit einigen Verhaltenstipps kommen Sie stressfreier durch den Fahrradalltag.
Rücksichtsvoll, vorausschauend, eindeutig und damit berechenbar fahren – das empfehlen Radverkehrsexperten Radfahrern im alltäglichen Straßenverkehr. Mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer müssen Sie immer rechnen, nicht nur aufgrund Ihrer fehlenden "Knautschzone". Bedenken Sie zum Beispiel an Kreuzungen, dass ein rechts abbiegender Autofahrer den Schulterblick vergessen kann. Nehmen Sie also so weit möglich Blickkontakt auf, wenn sich Ihr Weg mit anderen Verkehrsteilnehmern kreuzen wird.
Nehmen Sie Ihre Rechte als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer wahr. Lassen Sie sich zum Beispiel nicht von Autos an die Seite drängen. Zum Fahrbahnrand sollten Radfahrer 80 Zentimeter bis einen Meter Abstand halten, vor allem, wenn Autos am Rand parken. Scheren Sie nicht in Parklücken ein, denn damit animieren Sie Autos zum Überholen. Bedenken Sie: Am Ende der Parklücke müssen Sie wieder auf die reguläre Fahrbahn. Zum eindeutigen Verhalten gehört auch, eine Richtungsänderung deutlich anzuzeigen. Weitere Tipps: Fahren Sie auf einseitig freigegebenen Radwegen nicht gegen die Fahrtrichtung. Dies kann riskante Ausweichmanöver zur Folge haben, die zu schweren Unfällen führen können.
Wenn man einem Hindernis wie einer sich öffnenden Tür nicht mehr ausweichen kann, hilft nur eine Vollbremsung. Moderne Bremsen packen kräftig zu, ein gutes Dosieren der Bremswirkung ist daher wichtig, um nicht unfreiwillig über den Lenker abzusteigen. Eine richtige Vollbremsung können Sie aber üben: Greifen Sie bei etwa zehn Stundenkilometern an beiden Bremsgriffen beherzt zu " nicht nur mit der Hinterradbremse, denn die größere Bremswirkung hat die Vorderradbremse. Stützen Sie sich mit leicht angewinkelten Armen am Lenker ab und verlagern Sie Ihr Gewicht nach hinten, damit das Hinterrad nicht so schnell abhebt. Lenkmanöver beim Vollbremsen sollte man möglichst vermeiden.
Zum sicheren Radfahren gehört ein funktionierendes Rad. Prüfen Sie vor jeder Fahrt einmal kurz die Bremsen. Denn Bremsbeläge nutzen sich ab, und Bodenzüge können reißen. Abgenutzte Züge bemerken Sie besser vor der Fahrt. Vor allem bei Rücktrittbremsen muss die Kette gespannt sein. Fällt sie vom Kettenblatt, fehlt eine wichtige Bremse. Und mit funktionierendem Licht werden Sie besser gesehen. Lassen Sie Ihr Rad am besten regelmäßig warten.
Fahren Sie also innerlich defensiv aber äußerlich offensiv. Und im Zweifelsfall gilt auch im Straßenverkehr: Der Klügere gibt nach, als Radfahrer sollte Ihnen das ja nicht schwer fallen.
Weiterhin gute Fahrt und viel Erfolg wünscht Ihnen
Ihr Team der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit"
www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de




