17.09.01
Presseerklärung: Frauen radeln anders, Männer auch
Der bevorstehende europaweite autofreie Tag 22. September hat dieses Jahr den Schwerpunkt Frauenmobilität. Was - mag man sich fragen - unterscheidet hier Frauen von Männern, da doch beide erwachsen sind und nicht nur im Verkehrsgeschehen auf ihren eigenen Beinen stehen bzw im Fahrradsattel, Bus oder hinter dem Lenkrad sitzen?
Frauen übernehmen typischerweise viele Wege, auf denen sie jemand begleiten, z.B. zu und von Kindergarten, Schule, Arzt, Bahnhof, oft auch Freizeitvergnügungen. Diese Begleitwege legen sie überwiegend mit dem Fahrrad, ÖPNV oder zu Fuß zurück. Dies wird ihnen schwer gemacht: sie versuchen, Kinderwagen oder Fahrradanhänger zwischen Pollern oder Drängelgittern durchzumanövrieren, Rollstuhlfahrerinnen, müssen akrobatische Leistungen vollbringen, um Glascontainern, Laternen- und Verkehrszeichenpfosten auszuweichen. Gedanken- oder gar rücksichtslos geparkte Fahrzeuge machen neben Verkehrslärm und -gestank der fahrenden Motorfahrzeuge die Gänge und Fahrten zur unangenehmen, stressenden Pflicht.
Mit Fahrrad oder Kinderwagen, im Rollstuhl oder auf Inline-Skates ist es unangenehm, wenn die Bordsteinabsenkungen über 2,5 cm hoch sind und die zügige Fahrt behindern, Packtaschen und deren Inhalt beschädigen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert seit langem, die Absenkungen auf Fahrbahnniveau zu bringen (sog. Nullabsenkung). An Treppenaufgängen oder Unterführungen fehlen oft jegliche Schiebehilfen. Von diesen Zuständen sind auch Männer betroffen und frustriert, die mehrheitlich ohne "Anhang" unterwegs und mit mehr Körperkraft ausgestattet sind.
Trotz dieser Unzulänglichkeiten sind die Mehrzahl der Fahrrad-, Bus- und Fußbenutzer Frauen - da in der Regel der Mann für die Fahrt zum Arbeitsplatz das Familienauto den ganzen Tag blockiert. Der ADFC begrüßt und unterstützt eine umwelt- und sozialverträgliche Fortbewegung und fordert die städtischen Planungs- und Bauämter auf, die Bedürfnisse von Frauen schon bei der Planung von Bauvorhaben zu berücksichtigen. Dazu gehören ausreichend breite und hindernisfreie Gehwege, ebenerdige Querungen von Straßen und Gleisen, sichere Radverkehrsanlagen, großzügige, dezentrale, möglichst überdachte Fahrradabstellanlagen, die es ermöglichen, auch mit Kind und Gepäck einzuparken und das Rad anzuschließen.
Zum 22.September werden in 10 Städten Hessens - Darmstadt, Frankfurt, Hochheim, Hofheim, Kronberg, Langen, Limburg, Marburg, Melsungen, Rüsselsheim und Wiesbaden - auch die ADFC-Ortsgruppen mit Ständen, Sternfahrten und Rallyes, Ausstellungen, Umfragen zur Verkehrszufriedenheit, Fahrradversteigerungen und vielem anderen mehr das Thema "Frauen und Fahrrad aufgreifen und beleuchten.
Genauere Informationen zum 22.9. gibt es beim Koordinationsbüro des Europaweiten Autofreien Tag, Klimabündnis, Frau Ulrike Janssen, T. 069-717139-0, Fax 069-717139-93, www.klimabuendnis.org.







